Morbus Crohn: Symptome, Ursachen, Therapie und Ernährung

Hinter der Bezeichnung Morbus Crohn verbirgt sich eine autoimmune Darmerkrankung, die chronisch entzündlich ist und ganzkörperlich massive Beschwerden verursachen kann. Zwar treten die meisten Beschwerden in Dünndarm und Dickdarm auf, allerdings können bei schwerer Erkrankung auch Mund oder Speiseröhre betroffen sein.


Alternative Namen für die Krankheit:

  • Enteritis regionalis Crohn
  • Enterocolitis regionalis
  • Ileitis terminalis
  • sklerosierende chronische Enteritis

Daneben sind auch die Abkürzungen MC für Morbus Crohn sowie CD für Crohn´s Disease geläufig.

© Coloures-pic - Fotolia.com
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Die Morbus Crohn Erkrankung beeinträchtigt die Lebensqualität der Erkrankten drastisch und führt häufig auch zu psychischen Belastungen. Einerseits können die krankheitsbedingten Beschwerden wie Durchfälle gravierende Ausmaße annehmen, andererseits kommt es zu Komplikationen im Zusammenhang mit der Grunderkrankung Morbus Crohn sowie durch Behandlungsmaßnahmen. Fisteln, Abszesse, Karzinome, Osteoporose und Gallensteine sind einige der häufig auftretenden Komplikationen.

Der Krankheitsverlauf erfolgt in Schüben, wobei Häufigkeit, Intensivität und Art der Beschwerden sich bei den Betroffenen immer anders verhalten. Zwischen einzelnen Krankheitsschüben können lange Remissionsphasen liegen, in denen es kaum oder gar nicht zu Beschwerden kommt. Wenngleich die chronisch-entzündliche Darmerkrankung bislang nicht geheilt werden kann, sie nachhaltig die Lebensqualität beeinflusst und die Diagnostik oft ein sehr langwieriger Prozess ist, können sich Betroffene mit dieser Darmkrankheit auf gewisse Weise arrangieren. Eine enge medizinische Betreuung ist jedoch unabdingbar, um die Beschwerden zu lindern.

 

Häufigkeit und Krankheitsauslöser bei Morbus Crohn

Rund 150 von 100.000 Einwohnern westlicher Staaten sind an Morbus Crohn erkrankt; jährlich kommen rund ca. 7 bis 8 Neuerkrankungen auf 100.000 Menschen hinzu (Tendenz steigend). Verstärkt treten erste Krankheitsanzeichen im Alter von 15 bis 35 Jahren auf. Noch ist nicht klar, wie es zu dieser chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) kommt, wenngleich Burrill B. Crohn, nach dem die Krankheit benannt wurde, davon ausgeht, Viren oder intrazelluläre Bakterien kämen als Krankheitsauslöser in Betracht. Es wird davon ausgegangen, dass die Entstehung der Autoimmunerkrankung der Darmschleimhaut durch diverse Umstände zumindest begünstig wird.

Morbus Crohn,
Morbus Crohn, Darmerkrankung Symptome © bilderzwerg



Mediziner halten durchaus einen Zusammenhang mit der Entstehung von Morbus Crohn und nachfolgenden Erkrankungen für möglich:

  • genetische Veranlagung
  • Barrierestörung zwischen Darmlumen und Organismus
  • Anämie (Blutarmut)
  • Eisenaufnahmestörung
  • Paratuberkulose

Es wird auch davon ausgegangen, dass Zusammenhänge mit Ernährung, Rauchen sowie übertriebener Körperhygiene bestehen und dass psychosozialer Stress krankheitsauslösend bzw. krankheitsfördernd sein kann.

Morbus Crohn Symptomatik & Diagnostik

Morbus Crohn
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Zu den typischen Anzeichen der Darmerkrankung Morbus Crohn zählen Bauchschmerzen, die häufig nach den Mahlzeiten im unteren rechten Bauchbereich auftreten sowie Durchfall, der teilweise mit blutigem Stuhl einhergeht. Weitere Symptome können Appetitlosigkeit, Fieber, Gewichtsverlust, Übelkeit und Erbrechen sein. Welche meist schubartig auftretende Symptome Indizien auf Morbus Crohn sein können und in welcher Intensität sie sich bemerkbar machen, ist individuell von der erkrankten Person abhängig. Neben den bereits erwähnten Krankheitssymptomen können auch weitere Beschwerden wie Hautprobleme, Gelenkbeschwerden usw. auftreten. Insbesondere bei Kindern fehlen oft die klassischen Beschwerden wie Durchfall, Bauchschmerzen und Gewichtsverlust.



MC Schübe halten mitunter mehrere Wochen an, so dass Erkrankte häufig aufgrund der anhaltenden Beschwerden zum Arzt gehen und dort bei einer Laboruntersuchung eine erhöhte Anzahl an weißen Blutkörperchen und Blutarmut auf eine Erkrankung hinweisen und es in der Folge zur weiteren Diagnostik kommt.

Die Diagnostik gleicht oft einem Mosaik, das erst nach zahlreichen Untersuchungen ein vollständiges Bild und somit Bestätigung der Erkrankung Morbus Crohn zulässt. Zudem ist eine fundierte Unterscheidung zu Colitis ulcerosa nicht immer möglich.

  • Um die Darmkrankheit Morbus Crohn zu diagnostizieren, kann die Laboruntersuchung erste Anhaltspunkte durch erhöhte Werte im Blut geben. Erhöhte Entzündungsparameter sind kennzeichnend.
  • Im Rahmen der Diagnostik zeigen Blutsenkreaktion (BSR) sowie der Entzündungsmarker CRP (C-reaktives Protein) auffällige Werte.
  • Weiterführende Untersuchungen mit diversen bildgebenden Verfahren dienen Diagnostik und Ausschlussdiagnostik, da die Symptome der Morbus Crohn Erkrankung sehr ähnlich sind, wie bei Blinddarmentzündung und anderen chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen



Abdomensonographie, Röntgen und Magentresonantztomographie (MRT) erlauben Blick auf den Darm. Eine Ultraschalluntersuchung des Bauches (Abdomensonographie) gibt Aufschluss über den Zustand der Schleimhauthoberfläche des Darms (Darmmucosa); eine segmentale Verdickung ist typisch bei Morbus Crohn Erkrankung. Die Verdickung der Darmwand kann auch mit einer MRT-Untersuchung festgestellt werden. Auch das so genannte Pflastersteinrelief, Fisteln sowie im späteren Krankheitsstadium Verengung von Blutgefäßen (Stenosen) sind typische Befunde bei der entzündlichen Erkrankung des Darms. Während einer Darmspiegelung (Koloskopie) werden im Frühstadium Rötungen und Läsionen der Schleimhäute sichtbar, bei akuten Krankheitsschüben lassen sich Fissuren, Fisteln, Pflastersteinrelief und Ulzerationen erkennen. Ebenfalls deutet verstärkte Durchblutung einer Darmschlinge auf eine Entzündung hin, wie sie bei MC typischerweise auftritt.

Therapie bei Morbus Crohn

Die therapeutische Behandlung bei Morbus Crohn soll zum einen die Anzahl der Schübe verringern, zum anderen während akuter Krankheitsschübe die Beschwerden und Symptome lindern.

Da die Beschwerden bei jedem Patient individuell verlaufen und sich das Krankheitsbild Morbus Crohn vielseitig zeigen kann, gibt es keine einheitliche Therapie .

Es wird immer abhängig vom Einzelfall und dem jeweiligen Krankheitsverlauf behandelt. Für die Wahl der Therapie spielt auch eine wesentliche Rolle, in welchen Bereichen des Verdauungstraktes Symptome auftreten.

  • Diätische Ernährung, Gabe von Glukokortikoiden, Verabreichung von Salazosulfapyridin bei leichten und mittelschweren Schüben sowie Einnahme von TNF-Blockern bei schweren Morbus Crohn Schüben sind wichtige Therapiemaßnahmen.
  • Mitunter kann die Entfernung eines Darmstücks durch einen chirurgischen Eingriff bei besonders schweren Fällen erforderlich werden. Dies erzielt keine Heilungserfolge, jedoch können durch operative Entfernung schwer erkrankter Teile des Darms schwerwiegende Komplikationen vermieden bzw. behandelt werden (z. B. Fisteln, Abszesse, Stenosen). Fisteln werden mit Ciprofloxacin sowie Metronidazol behandelt.
  • Im Rahmen der Remissionserhaltung wird ebenfalls für jeden Patienten individuell ein Therapieplan aufgestellt, da es derzeit keine einheitliche Therapie bei Morbus Crohn gibt. Um die Häufigkeit akuter MC Schübe zu reduzieren, werden Immunsupressiva verabreicht, die jedoch schwere Nebenwirkungen haben können. Die Verabreichung erfolgt daher unter medizinischer Kontrolle. TNF-α-Blocker dienen ebenfalls der Remissionserhaltung.

Ernährung bei Morbus Crohn

Dünndarm, Dickdarm und unter Umständen Speiseröhre wie auch Mund sind bei Morbus Crohn in Mitleidenschaft gezogen, daher geht die chronisch-entzündliche Darmerkrankung mit massiven Einschränkungen bei der Ernährung einher. Aufgrund häufiger Durchfälle kommt es sehr häufig zu Mangelerscheinungen. Deshalb kann bei schweren Schüben Flüssignahrung mit wenig Ballaststoffen sowie parenerale Nahrung (z. B. Infusion, Sondennahrung) indiziert sein. Eine spezielle Kohlenhydratdiät kann eine deutliche Verbesserung zur Folge haben, wenn auf Verzehr aller Poly- und Disaccaride vollständig verzichtet wird.

Geht es um die Ernährung bei Morbus Crohn, bleibt Erkrankten oft nur übrig, auszuprobieren, welche Lebensmittel problemlos verzehrt werden können. Mahlzeiten sollten prinzipiell leicht und bekömmlich sein und dem Körper ausreichend Energie liefern, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Aufgrund der vielen Durchfälle ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr notwendig. Wegen der Durchfälle entsteht für Betroffene ein immenser Leidensdruck, weil sie dadurch im Alltag durchaus eingeschränkt sind. Eine gute medikamentöse Behandlung kann die Symptome wie Durchfall und Bauchschmerzen drastisch lindern, so dass Patienten weitestgehend ein Leben mit akzeptablen Beschwerden und Einschränkungen führen können.